24 Tage bis Weihnachten, 24 Thesen zum 1. FC Köln.

These 6: Die eigene Jugendarbeit kommt zu kurz

Begründung:
Man muss den HSV nicht mögen. Man muss sie noch nicht mal für einen seriösen Fußballverein halten. Vermutlich sind sie sogar nur ein großangelegtes Satireprojekt der Titanic, aber eines muss man ihnen lassen: Sie haben eine sehr viel jüngere Mannschaft als wir mit der sie, Stand 6.12.2018, vor uns in der Tabelle stehen.
Wir haben bei unserer Transferpolitik im Sommer vermehrt auf erfahrene Haudegen wie Sobiech, Czichos, Drexler und später dann Modeste gesetzt. An Jungspunden wurden eher Ergänzungsspieler wie Schmitz/Bader oder Hauptmann geholt – nur Schaub ist ein junges Talent mit regelmäßigen Einsatzzeiten und einer potentiell großen Zukunft (dazu morgen mehr).
Die Startelf gegen das Spiel gegen Fürth sah wie Folgt aus (in Klammern das Alter):
Terodde (30) – Cordoba (25)
J. Horn (21) – Drexler (28) – Höger (29) – Schaub (23) – Risse (28)
Czichos (28) – Meré (21) – Schmitz (24)
T. Horn (25)
(Schaub und Risse werden noch im Dezember 2018 24 bzw. 29).
Dazu ist zu sagen, dass J. Horn – der Jüngste – nur spielt, weil Hector (28) verletzt ist. Auch Meré profitiert derzeit von der Sobiech-Verletzung, Cordoba durfte auch erst von Anfang an ran, als nix mehr ging. Immerhin eingewechselt wurden drei Spieler, die 23 oder Jünger waren.
Nun kann man also festhalten, dass die Mannschaft nicht völlig vergreist ist und einige Spieler noch viel Potential nach oben und viele Jahre als Profi vor sich haben – die Schlüsselspieler, außer Timo Horn, sind jedoch alle schon Ende 20.
Mein Punkt ist jedoch ein anderer: Welcher Spieler aus dem eigenen Nachwuchs wird eigentlich gerade an die erste Mannschaft herangeführt?
Da fällt mir überhaupt nur Salih Özcan ein, der sich allerdings auch mit der Rolle als Teilzeitarbeiter begnügen muss, gegen Fürth und Dresden gar nicht spielen durfte und gegen Darmstadt 11 Minuten – und das waren alles drei Spiele, die ab einem gewissen Zeitpunkt entschieden waren und wo die Gefahr eines spielentscheidenden Fehlers schlicht nicht mehr bestand. Spieler wie etwa Bisseck oder Führich dürfen nicht mehr mit den Profis mittrainieren und sind derzeit weiter weg von der ersten Elf als noch letztes Jahr (viele Verletzungen spülten sie ja gar in die Startelf), Ouahim spielt inzwischen sogar in Osnabrück.
Dazu kommt der derzeit besorgniserregende Tabellenstand unserer U21, die derzeit bedenklich an die Profis im letzten Bundesligajahr erinnert. Nichts geht mehr. Das macht es natürlich auch für Talente schwer, in einer dysfunktionalen Mannschaft auf sich aufmerksam zu machen. Immerhin Noah Kalterbach darf seit der Hector-Verletzung mit den Profis mittrainieren und sich brav auf die Bank setzen. Aber auch ihn hätte man, als Jannes Horn gegen Fürth auf die Knochen gekriegt hatte und es bereits 3:0 für uns stand, einfach mal reinwerfen können.
Leider scheint das aber kein Fokus im Trainerteam zu sein. Das ist einerseits verständlich, weil man so schon jede Menge unzufriedene Profis in diesem Luxuskader hat (Guirassy, Koziello, Sörensen, Lehmann,vermutlich auch Özcan), andererseits frage ich mich aber schon, warum ein Freddy Sörensen, der ohnehin schon mit anderthalb Beinen fort ist und keinerlei Vertrauen von Anfang genießt, in Abwesenheit von Sobiech immer wieder auf die Bank gesetzt wird? Das wäre doch ein idealer Kaderplatz für Yann Aurel Bisseck (18), der letzte Saison schon gezeigt hat, dass er kein ganz Blinder ist und dem man Fehler eher verzeiht,als dem inzwischen demontierten Sörensen. Zumal in Spielen, in denen man mit bis zu 7(!) Toren Unterschied führt.
Das ist sehr kurzfristig gedacht und nicht auf die Zukunft ausgerichtet. Der Nachwuchsbereich muss reformiert werden und die Durchlässigkeit in die erste Mannschaft erhöht werden. Dazu müsste man zunächst sog. „Kaderleichen“ loswerden (Zoller, Lehmann, Sörensen) und deren Positionen dann konsequent mit jungen Nachwuchsspielern auffüllen. Dazu braucht es Zukunftsgewandtheit und eine gewisse Portion Mut – beim HSV geschah der Jugendtrend aus der Not heraus, der FC hingegen könnte ihn als eigenes Leitbild festlegen.
Einen frohen Nikolaustag vom #TrotzdemHier-Podcast!
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