24 Tage bis Weihnachten, 24 Thesen zum 1. FC Köln.

These 18: Die Spieler sind wichtiger als das System

Begründung:
Reden wir über Holland. Nein, nicht wirklich, aber etwas. Jahrelang stand Holland, besonders die Ajax-Schule, für das 4-3-3. Die Bundesliga hat sich gerne und oft an holländischen Trainern bedient und diese für ihre Vereine gewinnen können. Den holländischen Trainern war das 4-3-3 allerdings so im Blut, dass sie sich kaum andere Systeme vorstellen konnten und daher jede Mannschaft in dieses System pressen wollten. Als Beispiel sei nur Fred Rütten auf Schalke genannt. Auch einige Bondscoaches scheiterten daran, dass ihr Nationalauswahl gar nicht unbedingt für das 4-3-3 prädestiniert war. Ein Klaas-Jan Huntelaar hat zum Beispiel jahrelang in der Nationalmannschaft die Bank drücken müssen, weil es in dem System nur einen zentralen Stürmerplatz gab, der aber meist anderweitig besetzt war.
Was das alles mit dem FC zu tun hat? Am Anfang hatte ich die Sorge, dass Markus Anfang in genau diese Falle tappen würde. Zu sehr hat er an seinem 4-1-4-1 festgehalten, auch wenn unser Kader nie für dieses System ausgelegt war. Er hat damit Unzufriedenheiten beim dritten Innenverteidiger, dem 2.-4. Stürmer und diversen Sechsertypen geschaffen. Außerdem musste auf Linksaußen Serhou Guirassy spielen. Das sagt dann ja auch schon einiges darüber aus,wie das System zum Spielermaterial passt.
Besonders bemerkenswert war, dass er in der Vorbereitung kein anderes System als Back-Up hat einstudieren lassen, sondern eher auf die vollständige Vermittelung seiner einzigen Spielidee gesetzt hat. Bereits in unserer Saisonvorschau haben die Jungs von 1912fm, dem Holstein-Kiel-Podcast, darauf hingewiesen, dass Anfang keinen Plan B habe.
Inzwischen muss man sagen, dass er alle Kritiker – auch mich – eines Besseren belehrt hat und systematische Flexibilität beweisen hat, was ihm letztlich vielleicht den Job gerettet hat. Dem lag ja die Erkenntnis zugrunde, dass sein System nicht zu den vorhanden Spielern passt – die Umstellung auf 3-5-2 war also der einzig richtige und sinnvolle Schritt.
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